Der Juli hat eine Entwicklung gezeigt, die aus unserer Sicht wichtig ist: Unsere Erwartungen haben sich in wesentlichen Teilen bestätigt. KI-nahe Aktien, die zuvor stark von hohen Erwartungen und großer Anlegerfantasie getragen wurden, haben einen deutlichen Dämpfer erhalten. Gleichzeitig entwickelten sich softwarebezogene Aktien deutlich positiv. Für die Alpha Star Fonds war das ein guter Monat. Der Alpha Star Aktienfonds schloss den Juli mit +4,1 % ab, der Alpha Star Europa mit +4,6 %.
Entscheidend ist dabei nicht allein, dass die Kurse gestiegen sind. Entscheidend ist, warum sie gestiegen sind. Bei mehreren unserer Softwareunternehmen wurde die Kursentwicklung durch sehr gute operative Zahlen gestützt. Das unterscheidet eine reine Stimmungsbewegung von einer fundamental begründeten Neubewertung.
KI verändert Software, aber nicht jedes Geschäftsmodell wird geschwächt
KI wird vieles in der Softwarelandschaft verändern. Daran gibt es keinen Zweifel. Die zentrale Frage für Anleger ist jedoch nicht, ob KI relevant ist. Die zentrale Frage lautet: Welche Unternehmen werden durch KI tatsächlich bedroht, und welche Geschäftsmodelle bleiben auch in einem veränderten technologischen Umfeld robust?
Aus unserer Sicht hat der Markt in den vergangenen Monaten zu wenig differenziert. Softwareunternehmen wurden häufig pauschal unter Druck gesetzt, weil KI als potenzielles Risiko für die Branche interpretiert wurde. Das greift zu kurz. Unternehmen, deren Software tief in kritischen Prozessen ihrer Kunden verankert ist, deren Produkte hohe Wechselkosten erzeugen und deren Geschäftsmodelle auf wiederkehrenden Erlösen beruhen, sind nicht automatisch gefährdet.
Die einfache fundamentale Wahrheit lautet: Ein neues technologisches Thema entwertet nicht automatisch bewährte, prozesskritische Softwarelösungen.
Gute Zahlen liefern die bessere Antwort als Schlagzeilen
Im Juli haben mehrere Softwareunternehmen aus dem Portfolio operativen Rückenwind geliefert. Beispielsweise haben ATOSS Software, IVU oder Serviceware mit sehr guten Zahlen gezeigt, dass ihre Geschäftsmodelle intakt sind und die Nachfrage nach spezialisierten Softwarelösungen weiterhin vorhanden ist. Mehr noch, steigt die Effizienz innerhalb der Unternehmen durch KI, was sich in einer höheren Profitabilität widerspiegelt.
Für uns ist diese operative Evidenz wichtiger als kurzfristige Marktmeinungen. Wenn Unternehmen weiter wachsen, ihre Kundenbasis ausbauen, wiederkehrende Erlöse stärken und ihre Margenqualität behaupten, dann ist vorübergehende Skepsis des Marktes nicht automatisch ein strukturelles Problem. In solchen Phasen zeigt sich, welche Unternehmen tatsächlich belastbare Geschäftsmodelle besitzen.
Die Kursentwicklung im Juli war deshalb nicht nur eine technische Gegenbewegung. Sie war auch eine Bestätigung dafür, dass der Markt zuvor bei Teilen des Softwaresegments zu pauschal geurteilt hatte. Nicht jedes Softwareunternehmen ist gleich. Nicht jedes KI-Risiko wirkt gleich.
Aktives Management bedeutet Differenzierung
Für die Alpha Star Fonds ist diese Differenzierung zentral. Wir investieren nicht in Themen, sondern in Unternehmen. Ein Schlagwort wie KI kann Aufmerksamkeit erzeugen, ersetzt aber keine Analyse von Marktposition, Kundenbindung, Kapitalrendite, Bilanzqualität und langfristiger Ertragskraft.
Der Juli hat gezeigt, dass sich eine solche unternehmerische Sichtweise auszahlen kann. Gleichzeitig ist ein starker Monat kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Auch positive Kursbewegungen müssen an der fundamentalen Entwicklung gemessen werden. Steigende Kurse allein beweisen keine Qualität. Gute operative Zahlen, robuste Geschäftsmodelle und langfristig wachsende Cashflows sind die wichtigere Grundlage.
Für Anleger bedeutet das: Entscheidend bleibt, ob die Unternehmen im Portfolio operativ liefern und ihre Wettbewerbspositionen ausbauen können. Der Juli hat bestätigt, dass robuste Geschäftsmodelle, strukturelles Wachstum, hohe Kapitalrenditen und klare Wettbewerbsvorteile auch in einem von KI-Schlagzeilen geprägten Marktumfeld nicht an Bedeutung verlieren. Langfristig folgt der Kurs dem Wert.
Wie die folgende Tabelle zeigt, weisen die Unternehmen in den Alpha Star Fonds im Durchschnitt deutlich höhere Wachstumsraten, höhere Kapitalrenditen und solidere Bilanzen auf:
| DAX | SDAX | Alpha Star Aktien | Alpha Star Europa | |
| Umsatzwachstum (5 Jahre) | 5,0% | 9,8% | 11,8% | 13,2% |
| Gewinnwachstum (5 Jahre) | 6,5% | 10,1% | 17,0% | 15,4% |
| Kapitalrendite (ROIC) | 5,8% | 7,3% | 20,0% | 20,2% |
| Free-Cashflow-Marge | 9,7% | 5,4% | 12,9% | 17,0% |
| Eigenkapitalquote | 27,7% | 35,1% | 48,0% | 53,1% |
Quelle: Alpha Star, fiscal.ai, die Kennzahlen sind Durchschnittswerte aller enthaltenen Unternehmen auf Basis des zuletzt verfügbaren Jahresabschlusses, Finanztitel aus DAX und SDAX sind aus dem Vergleich herausgenommen